Die WohnungswirtschaftMünchen

Studienfahrt der VMW nach Berlin vom 14. – 16.07.2019

Früh mussten die Teilnehmer der Studienreise dieses Mal aufstehen, um in gut 4 Stunden mit dem ICE von München aus die Hauptstadt zu erreichen.

Im fußläufig erreichbaren Hotel nahmen wir ein kurzes Mittagessen ein und machten uns dann per Bus in das nahe gelegene „Neue Potsdam“ auf, organisiert von „TICKET B – Architektur erleben“. Auf dem Programm standen die Besichtigung historischer Gebäude, wie z. B. die Nikolaikirche und das Palais Barberini.

Auf der Weiterfahrt zum Checkpoint Charlie überquerten wir die berühmte Film-Brücke, die früher als Schauplatz für den Austausch von „Spionen“ zwischen Ost und West diente. Zudem konnte man den Blick auf das berühmte Schloss Babelsburg werfen.

Im weiteren Verlauf der Reise durch Potsdam kamen wir zum „Einsteinturm“ auf dem Telegrafen-berg, vom Architekten Erich Mendelsohn erbaut. Er wurde zwischen 1919 und 1922 errichtet und ist für seine Entstehungszeit ein revolutionäres Bauwerk, das noch heute ein Observatorium beherbergt.

Voller Eindrücke kehrten wir ins Hotel zurück und freuten uns auf den Ausklang im nahe gelegenen Restaurant „Reinhard Bär“, das wir für uns hatten. Die Qualität der Speisen und der Service ließen keine Wünsche offen. Die Stimmung war bestens und einige Teilnehmer ließen den 1. Tag auf der Dachterrasse des Hotels ausklingen.

Auch der zweite Tag begann früh, denn es erwartete uns die Senatsverwaltung für Stadtverwaltung und Wohnen der Stadt Berlin. Vorträge zum „Berliner Wohnungsmarktbericht 2018“, zur „Wirt-schaftlichen Lage der städtischen Wohnungsbaugesellschaften“ sowie zur „Wohnraumförderung und soziale Wohnraumversorgung“ gaben uns einen guten Überblick über die Tätigkeiten der Senatsverwaltung. Die daraus resultierenden Fragen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu aktuellen Themen brachten z. T. die Vortragenden gehörig „ins Schwitzen“.

Nach dem Mittagessen ging es weiter zu einem außergewöhnlichen Projekt einer Selbstbau-genossenschaft am ehemaligen Blumenmarkt Kreuzberg, in direkter Nachbarschaft zur jüdischen Synagoge.

Einer der Geschäftsführer, Herr Pfander, erläuterte uns ausführlich, wie das Projekt entstanden ist, wie es umgesetzt wurde und führte uns durch das Gebäude. Auffällig war die „spartanische“ Ausstattung der Treppenhäuser, der verwinkelte Zugang zu manchen Wohnungen und die großzügige Gestaltung der Flure, die zum Spielen der Kinder bei schlechtem Wetter einladen.

Über das Entstehen des Nachbargebäudes wurden wir von Frau Dipl.-Ing. Benita Braun-Feldweg, Architektin BDA, aufgeklärt. Sie verwies besonders auf die gewünschte Gestaltung der Stadt für den Außenbereich.

Zurück im Hotel ging es nach einer kurzen Ruhepause auf’s Schiff, umgebaut zu einem Restaurant an der Spree. Man hatte einen Blick aufs Wasser und konnte vorbeiziehende Boote beobachten. Ambiente und Essen waren auch hier ausgezeichnet und manchen fiel der Rückweg entlang der Spree, mit Blick auf das beleuchtete Regierungsviertel incl. Kanzleramt, dann nicht schwer.

Am letzten Tag stand die Besichtigung des Bundestages an.

Nach gründlicher Sicherheitskontrolle wurden wir durchs Gebäude geführt. Wir konnten hier einen sehr guten Einblick in die „Regierungsmaschine“ im Reichtaggebäude gewinnen.

Das Kamingespräch fand mit Herrn Sören Bartol, Abgeordneter der SPD im Deutschen Bundestag und stellv. Fraktionsvorsitzender, statt. Auch er wurde mit Fragen der aktuellen Berliner Wohnungspolitik konfrontiert.
Der nächste Stopp führte uns zur neu errichteten GdW-Zentrale. Herr Dr. Christian Lieberknecht, Geschäftsführer, begrüßte uns und führte uns durchs Gebäude.

Auf dem Weg zum Bahnhof machten wir noch einen Abstecher zu einer Wohnanlage für Studenten der GEWOBAG, eine von derzeit sechs kommunalen Wohnungsunternehmen Berlins.

Das System in dieser Wohnanlage funktioniert folgendermaßen: 2 oder 3 Bewohner eines abgeschlossenes Raumes teilen sich eine Naßzelle, außerhalb steht allen Bewohnern eines Stockwerkes eine großzügige Küchenzeile und ein großer Aufenthaltsbereich zur Verfügung.

Danach ging es zum Bahnhof, wo manche Teilnehmer sich noch mit der für Berlin berüchtigten Curry-Wurst stärkten.

Erwähnenswert war der Busfahrer, der uns lässig durch den Berliner Verkehr jonglierte, mit Berliner Schnauze manche Situationen kommentierte und als Reiseführer für die Sehenswürdigkeiten fungierte. Unser Fahrer rundete den Aufenthalt in Berlin bestens ab.

Auch diese Studienfahrt war ein Erfolg und man ist schon gespannt, wo die Reise nächstes Jahr hingeht.

Andrea Künne